Probleme des deutschen Fußballs

      Probleme des deutschen Fußballs

      Hey Leute, ich wollte mal wissen, wie IHR so über die Entwicklung des deutschen Fußballs denkt.

      Wie der ein- oder andere weiss, bin ich Club-Anhänger und Vollblutfranke.

      Wie lange schon sind wir im Vergleich zu anderen Mannschaften schon hinterher?
      Aktuelles Beispiel: CL. In der Königsklasse bringen wir keine großen Siege mehr, die Nationalmannschaft ist meiner Meinung nach künstlich stark geredet und weit schwächer als die meisten glauben.

      Warum aber ist das so?

      Ich behaupte, dass es daran liegt, dass in den meisten Bundesligamannschaften 75% ausländische Mitmenschen Fußball spielen - und nein, sie spielen Fußball nicht, weil sie für eine Stadt oder eine Region einen Titel holen wollen, sondern, weil es ihr Beruf ist.
      Was soll der Schwachsinn also?

      Achsooooo, stimmt ja, der deutsche Nachwuchs fordert zuviel Gehalt. Stimmt, unbedingt, erst neulich hatte ich mit einem älteren Herren einen Dialog im Frankenstadion (hoppla, easy-credit-Stadion), der meinte, dass ja deutsche Spieler nicht zu bezahlen seien.......EEEEEEHMMMM....HALLO??...hat man es den Leuten also schon gut genug verkauft, oder wie?

      Ich will mich keinesfalls in irgend eine politische Gesinnung eingeordnet wissen, sondern möchte mal mit Euch andiskutieren, wie Ihr das seht.

      Wäre es nicht viel geiler, wenn ein BVB (das fiel mir jetzt spontan ein) mal wieder 7 statt 0 Dortmunder auf dem Feld hätte?

      Mal drüber hirnen, bin gespannt auf Euere Antworten:)
      Also zu deinem ersten Punkt, die Championsleague. Dort hinken wir hinterher, weil uns England, Spanien und Italien vom finanziellen her Meilenweit voraus sind. Speziell in Italien und England sind die meisten Vereine doch schon „Spielzeuge“ irgendwelcher Multimillionäre. Ich persönlich bin ja Fan vom 1. FC Kaiserslautern und momentan ja auch nicht gerade erfolgsverwöhnt. Aber ich würde es strikt ablehnen, wenn der Verein (mein Verein..=P) von irgendeinem Investor übernommen werden würde. Aber ich denke, dass sich auch die deutschen Clubs diesem Trend nicht auf Dauer entziehen werden können. Anfänge sind ja schon gemacht, wie die Werksclubs Leverkusen und Wolfsburg, dazu noch mit Abstrichen S 04.

      Die Bundesliga ist in Europa auch eine der Zuschauerstärksten Liga. Das ist ja auch bestimmt nicht so, weil hier der schlechteste Fussball gespielt wird.
      Ich bin mit den europäischen Auftritten der Bundesligisten eigentlich ganz zufrieden. Die sind sicher nie Favorit (außer Bayer), aber können durchaus für Überraschungen sorgen ohne durch künstlich aufgebaute Gebilde mit riesigen Finazspritzen zu glänzen.

      Zu deinem Punkt mit den Ausländern, da stimm ich dir zu. Es kann mir keiner erzählen, dass z.B. in Cottbus so viele Osteuropäer spielen, weil da die Luft so sauber ist, oder sie sich voll mit dem Verein identifizieren. Es ist vielmehr so, dass die Spieler halt für relativ wenig Geld zu bekommen sind und auch weniger Gehalt verlangen wie durchschnittliche deutsche Spieler. Was mich aber positiv stimmt ist der allgemeine Trend, Jugendspieler zu fördern und auch einzusetzen. Viele Vereine haben erkannt, dass gerade die sich mit dem jeweiligen Verein stark identifizieren und auch von den Fans akzeptiert werden.

      Die deutsche Nationalmannschaft seh ich schon als eine der stärksten. Wenn man sich die letzten Turniere anschaut, müssen wir uns eigentlich nicht verstecken. Ich seh nur Brasilien, Frankreich und Italien mit ähnlichen konstanten Leistungen. ( Wenn man mal die letzten beiden EM´s weglässt..=P) Ich wüsste nicht, wann England oder Spanien mal groß was gerissen haben.

      Ansonsten find ich den Diskussionsansatz richtig gut....
      Das Leben ist wie eine Klobrille. Man macht so einiges durch.......
      Tolles Thema! Das brennt mir auch schon lange auf der Seele und erst gestern, nach Bremens 1:3 gegen Piräus, hab ich hier mal rumgeguckt ob es so ein Thema vielleicht schon gibt.
      Mir liegen die Europapokalergebnisse der deutschen Teams nämlich sehr am Herzen, eigentlich mehr als die Ergebnisse der Nationalmannschaft. Deshalb verfolge ich die Entwicklung der letzten zehn Jahre auch mit Schaudern.

      Meine persönliche Einschätzung der Lage:
      Als erster Grund für das Hinterherhinken der deutschen Vereine ist natürlich zu nennen: Spanische, Italienische und vor allem Englische Clubs haben viel mehr Geld als Deutsche. Das liegt an der neoliberalen Fernseh- und anderweitigen Vermarktung welche dort von statten geht. In Deutschland gibt es noch solidarische Verteilungsschlüssel und die Sportschau im Free-TV. Das beschert im Gegenzug dafür die höchsten Zuschauerzahlen (wobei die Ticketpreise in D auch wieder am niedrigsten sind) und die höchsten Sponsoren- und Marketingeinnahmen weil man ja am meisten Leute erreicht (Deutschland ist ja noch das Einwohner reichste Land in Europa). Pay-TV und Einzelvermarktung bringen aber viel mehr Geld. Die Bundesliga ist also eine echte Volksliga, was ich auch sehr erhaltenswert finde (in England sind die billigsten Tickets umgerechnet 50 Euro teuer oder so).

      Am Geld allein liegts aber auch nicht, weil wie gesagt, in Deutschland trotz des knapperen Budgets mit Abstand am meisten Ausländer kicken (nur in England kicken mehr, aber das liegt daran weil Waliser, Schotten, Nordiren und Iren als Ausländer zählen, obwohl sich die Ligen total durchmischen). Das heißt hier wird Durchschnitt ins Land geholt und zwar nicht zu knapp. Woran das nun wieder liegen mag ist mir schleierhaft. Vielleicht an der geographischen Lage, da D die direkte Grenze zum ehemaligen Ostblock hat und sich den hiesigen Vereinen daher die günstigen Spieler dort eher aufdrängen? Irgendeine kollektiv unbewusste Voreingenommenheit dispositioniert die hiesigen Entscheidungsträger jedenfalls zu der (einfacheren?) Lösung, Spieler aus Osteuropa einzustellen, anstatt Talente zu fördern. Wobei die professionellen Strukturen in der Jugendarbeit in Deutschland mittlerweile nachgeholt wurden. Das Umdenken diesbezüglich hat so in den Neunzigern angefangen, als man bereits dachte man wäre am Boden. Seitdem ist auf Vereinsebene alles nur noch schlimmer geworden. Zumindest: Talente sind jetzt da, aber die Ausländerflut nimmt kein Ende.

      Das eklatante Nachlassen deutscher Clubs im Europapokal muss aber auch irgendwas mit taktischer Unterlegenheit zu tun haben, anders ist nicht zu erklären das immer wieder dermaßen in die Röhre geguckt wird. Siehe Bremen gegen Espanyol Barcelona, ein spanischer Mittelmaß-Club, der vom Budget her auf vergleichbarem Niveau ist, letzte Saison oder gestern gegen Piräus. Wobei Bremen ja eigentlich der einzige Lichtblick der letzten Jahre ist.

      Bremen ist aber auch mit der einzige Verein in D wo seit Jahren gut gearbeitet wird und es wirklich voran geht. Bayern ausgenommen, die sind eh unerreicht, wobei es in den letzten Jahren echt ziemlich Stillstand gab, der jetzt dafür umso rasanter aufgeholt wird. Guckt man sich nach anderen deutschen unumstrittenen und konstanten Spitzenvereinen um, wird die Luft schon dünn. Schalke natürlich, wobei die auch 100 Millionen Schulden haben und demnächst weiterhin sparen müssen. Stuttgart und Leverkusen: in den letzten Jahren sehr Berg- und Talfahrtig unterwegs gewesen und was das Potenzial angeht begrenzt, vor allem Leverkusen. Dortmund hätte riesiges Potenzial, liegt aber darnieder und muss sich in den nächsten Jahren zum Ziel nehmen überhaupt zu Vereinen wie Leverkusen oder Stuttgart aufzuschließen. Hamburg hat auch Potenzial aber auch noch viel nachzuholen. In den drei europ. Topligen gibts unumstrittene Topclubs en masse, die jeden Bundesligisten (bis auf Bayern) jederzeit mit 90% Wahrscheinlichkeit 3:0 vom Platz schicken würden.

      Worauf ich hinaus will: Irgendwie wurde und wird in Deutschland auch nicht so professionell gearbeitet wie in anderen Ligen. Ausnahme: Bayern, deren Vormachtstellung mittlerweile als gottgegeben hingenommen wird, dabei liegt es vor allem daran dass sie strukturell jeden anderen BL-Club in die Tasche stecken, und als einzige internationales Niveau erreichen. Dortmund hatte sie fnanziell mal überholt, mit dem bekannten Ergebnis. Ein Beispiel von lupenreinen Dilletantismus. Einzig Bremen scheint auf dem richtigen Weg, Schalke ohne assauer lässt zumindest hoffen, der ganze Rest muss noch viel lernen.

      Was in der Nationalmannschaft passiert empfinde ich hingegen als goldrichtig. Unter den gegebenen Umständen sind Klinsi und Löw wirkliche Geschenke Gottes. Es werden gezielt Talente gefördert, selbst an deren Ersatzrolle im Club vorbei, so das deren Marktwert steigt und sie sich auch im Club durchsetzen oder für andere Clubs interessant werden (Beispiele: Poldi, Odonkor, Schweini, Hanke, Huth usw.). Und sie haben die Stimuung verbessert was allein schon einen Orden verdient. Die Bundestrainer zuvor machten den Eindruck, zu 3/4 damit beschäftigt zu sein, mit dem Druck fertig zu werden. So duckte sich die Nationalmanschaft von einer Blamagenvermeidung zur nächsten. So wie jetzt läufts finde ich echt riesig.
      Hier meine Meinung:

      Zum Thema Nationalmannschaft: Ich persönlich finde unsere Nationalmannschaft gar nicht mal so schlecht.
      Ich finde nicht, dass unsere Nationalmannschaft künstlich stark geredet wurde. Für mich zeigt die Leistungskurve seit dem Confed-Cup stetig nach oben. Dazwischen gab es auch mal ein paar Niederlagen aber na und? Momentan passt einfach die Stimmung innerhalb des Nationalmannschaftskollegen und Jogi sucht auch nach diesem Gesichtspunkt seine Spieler aus, nämlich, dass sie auch menschlich ins Team passen. Was bringts einem Team wenn du die Riesentopstars hast aber diese sich gegenseitig im Team zerfleischen. Gerade deswegen wurde und wird z.B. Wiese nicht in die Nationalmannschaft berufen. Es kann nicht sein, dass ein Spieler öffentlich Konkurrenten beleidigt oder ihnen die Klasse abspricht. Nicht nur die Stärke muss also stimmen, sondern auch die Harmonie und die ist momentan gegeben!

      Der deutsche Profifussball ist für mich ein Teufelskreis.
      Im Endeffekt richtet sich alles nach dem Geld. Hat man keinen Erfolg so hast du keine gescheiten Sponsoren. Deswegen greifen viel Vereine immer öfter auf Mittelmaßfussballer zurück, bei denen sie davon ausgehen, dass sich ein gewisser Erfolg von alleine einstellt. Gibt man Jugendspielern vermehr die Möglichkeit, ist die Gefahr zu groß, dass diese nicht oder nicht wie gewünscht einschlagen und dadurch der Erfolg ausbleibt. Da kauft man sich doch lieber einen ausgebildeten Spieler aus dem Ausland. Die meisten "guten" Ausländer haben dann jedoch keinen Bock in einem "Durchschnittsteam" zu spielen (außer vielleicht Bayern) und gehen dann doch lieber zu einer schlechten englischen oder spanischen Mannschaft um sich dort zu beweisen um dann eher von den entsprechenden Scouts aus Spanien oder England erkannt zu werden.
      Natürlich hatten wir auch schon große Spieler in der Bundesliga. Doch diese nutzen Deutschland maximal als Zwischenstop, um dann richtig karriere- und geldmäßig durchzustarten. Beispiele gibts dafür mehr als genug.
      Und da frage ich mich natürlich dann als Fan was ich lieber will:
      eine Mannschaft, in der viele deutsche Spieler am Start sind und ich eventuell international total in die Tonne schaue oder eine Mannschaft vollgestopft mit ausländischen Spielern, wo ich dann vielleicht sogar die Hoffnung habe, dass meine Mannschaft die Gruppenphase des CL oder die 1.Runde im UEFA-Cup übersteht.
      Das muss jeder für sich selbst entscheiden.
      Ich für meinen Teil hätte kein Problem damit, wenn ich sehen würde, dass meine Mannschaft mit überwiegend Deutschen international schlecht abschneidet als wenn ich Mannschaften voll mit ausländischen Spielern sehe, die auf den Sack kriegen. Das macht für mich nämlich dann den Anschein "Gewollt und nicht gekonnt".
      Betrachtet man die Erstrundenergebnisse des Uefa-Cubs, so stellt sich der Eindruck ein, dass sich in der BL vielleicht keine (oder eben nur der eine) ausgeprägten Top-Clubs, die in der Champions League mithalten können, entwickelt haben, dafür aber die Leistungsdichte höher ist.
      Alle deutschen Clubs sind weiter, dass hat keine andere große Liga geschafft. Vor allem Nürnberg macht mich froh: als 3. letzter der BL Rapid Bukarest niederkämpfen. Derlei Erfolgserlebnisse für den deutschen Fußball (wenn auch im kleinen) gabs zuletzt selten.
      Rausgeflogen sind aus den großen Ligen:

      US Palermo (ITA)
      FC Empoli (ITA)
      Sampdoria Genua (ITA)
      Blackburn Rovers (ENG)
      Real Saragossa (ESP)
      FC Sochaux (FRA)
      RC Lens (FRA)

      Dazu die glorreiche Konkurrenz Deutschlands in der Uefa-5-Jahres-Wertung:

      Rapid Bukarest (RUM)
      Dinamo Bukarest (RUM)
      sporting braga (POR)
      uniao leiria (POR)
      belenenses lissabon (POR)
      fc pacos de ferreira (POR)
      Ajax Amsterdam (NED)
      SC Heerenveen (NED)
      FC Groningen (NED)

      Beim vor uns platziertem Rumänien kommt hinzu dass zwei Clubs bereits in der Uefa-Cub Qualifikation gescheitert waren. Steaua Bukarest hat in der CL bisher auch beide Spiele verloren. Diese Saison sollte Deutschland da sehr viel Boden gut machen können.

      Einzig Russland hat als Konkurrent zu D durchweg gepunktet. Phänomenal durchgestartet ist auch Griechenland (siehe Bremen - Piräus). Aber die haben noch abstand zur BL in der 5-Jahres-Wertung.

      Für die 5-Jahres-Wertung ärgerlich waren natürlich zwei Gegentore in der jeweils 94. Minute (Leverkusen und Nürnberg) die jeweils Punkte gekostet haben. Aber bedenkt man den Ärger den man sonst so gewöhnt ist sind das doch Peanuts, immerhin sind alle weiter, haben 4 weitere Spiele garantiert, wo schon noch mindestens ein paar Unentschieden bei raus springen werden. :D

      Bayern hat auch echt spitzenmannschaftig gespielt. Wenn man in den letzten Saisons die internationalen Topteams gegen die deutschen Teams hat spielen sehen wars genauso: 90% des Spiels wird unmotiviert und gelangweilt über den Platz gestolpert und nur weil man so Weltklasse-Einzelspieler hat fällt dann aus heiterem Himmel schnell mal ein Tor (Ribery-Toni-Tor ; und das binnen 3 Sekunden).

      Also im Uefa-Cub läufts echt gut. Vielleicht retten sich die deutschen CL-Teams ja auch noch in den Uefa-Cup, da wäre was 5-Jahres-Wertungs-Punkte angeht eh mehr zu holen.

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      ..hier ein Artikel aus dem Kicker, sehr interessant, wie ich finde...

      Es droht der Tod der Bundesliga (von Thomas berthold)
      Der Weltmeister von 1990 und kicker-Kolumnist über das Auftreten der deutschen Teams in der Champions League, die DFL und der drohenden Langeweile in der Bundesliga.


      Thomas Berthold
      © imago Oje, mein Ex-Klub VfB. Auf den Spuren des HSV, der 2005/06 erst Champions League und dann gegen den Abstieg spielte. Ein Szenario, das sich jetzt in Stuttgart zu wiederholen droht. Adlerauge sei wachsam. Der VfB hat vor allem einen großen Fehler begangen: Es wurde völlig falsch investiert. Mittelmaß statt Spitzenklasse. Gledson, Bastürk, Ewerthon oder Marica - sie sind nicht die Spieler, die einen nationalen beziehungsweise internationalen Topklub ausmachen.

      Vor allem international fehlt die richtige Qualität. Nicht nur beim VfB. Auch bei Schalke oder Bremen. Wir sind in der Königsklasse nur noch ein Sparringspartner. Ich weiß gar nicht, was es nach dem mühevollen Sieg über Trondheim zu jubeln gab. Ich habe mich geärgert über die Selbstzufriedenheit beim VfB nach dem 0:2 gegen Barca. Wenn die Spanier ernst gemacht hätten, hätte Stuttgart ein Debakel erlebt. Dass alle drei Klubs über Kräfteverschleiß klagen, ist symptomatisch. Das ist nicht nachvollziehbar und höchst bedenklich. Und jetzt die Freude, weil unsere UEFA-Cup-Klubs gegen Vereine, die man auf der Landkarte suchen muss, die Gruppenphase erreicht haben. Oje oje, oje - sensationell, wie sich alle Sand in die Augen streuen.

      Das gehört aber zur Mentalität im deutschen Fußball. Alle schmoren im eigenen Saft. Die Liga neigt zur Selbstüberschätzung. Die DFL, die einerseits neue Geldquellen sucht, ist andererseits nicht bereit, neue Wege zu gehen. Dass sie sich ausländischen Investoren verschließt, ist falsch. Von Geldwäsche wird dann gesprochen, von zu großer Einflussnahme. Das ist weltfremd. Beispiel Jena: Wenn jemand zig Millionen in einen Klub stecken will, warum soll derjenige dann nicht auch einen Geschäftsführerposten beanspruchen? Um auch zu sehen, was mit seinem Geld passiert.

      Bei uns wird lieber eine Mono-Kultur gepflegt. Was den Bayern zupass kommt. Sie haben als einzige die Mittel und Möglichkeiten, alle anderen finanziell und sportlich abzuhängen. Und so wirds auch kommen. Bald wird der Meister - FC Bayern - von vornherein feststehen. Die anderen Klubs spielen nur noch um die Plätze. Langeweile pur. Der Tod der Bundesliga.
      Ich finde eine Stellungnahme wie die Bertholds viel typischer für den deutschen Fußball, als die von ihm beobachtete ständige Selbstüberschätzung.
      Der geschätzte Herr Weltmeister scheint hier eher mal eine besonders markige Aussage trefen zu wollen (die auch mal beachtet wird?) und hat es sich daher gegönnt mal alles negativ zuzuspitzen. Wenn das nicht typisch deutsch ist weiß ich auch nicht.
      Stuttgart ist meiner Meinung nach in der Personalpolitik wenig vorzuwerfen. Sie waren ein Überraschungsmeister und ohnehin nicht gerade DIE überragende Mannschaft. Im Rahmen des möglichen wurde gezielt verstärkt, mit Marica ein international umworbener Mann geholt, der glaube ich auch der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte ist. Bastürk wurde als Spielmacher geholt, weils da vorher keinen richtig guten gab. Das Meisterteam verklärt wurde also auch nicht. Gledson war sicher auch eher als Verstärkung in der Breite gedacht und ist wohl auch dementsprechend günstig im Unterhalt. Die Saison nach dem Riesenerfolg ist halt schwer. Vom Verletzungspech unverschont sind die auch nicht geblieben. Was hätte man denn in Stuttgart tun sollen? "Juchu wir sind Bayern München II" schreien, jedes Konzept aufgrund des Überraschungserfolgs über Bord werfen und sich auf Pump mal so richtig teure spieler kaufen? Damit hat man gerade in Stuttgart ja jüngst so gute Erfahrungen gemacht.

      Über nur mäßige Erfolge gegen mutmaßlich kleine Gegner zu meckern ist auch über-super-typisch deutsch. Man darf an den Bundestrainer mit der bislang besten Bilanz aller Bundestrainer erinnern: Berti Vogts. Berthold könnte sich ja die berauschenden Erfolge der Teams anderer großen Ligen gegen kleine Gegner angucken. Italien, Frankreich, England, selbst Spanien. Auch die Teams aus diesen Ländern, die nicht rausgeflogen sind, haben überwiegend sehr bescheiden aufgetrumpft (Ausnahme Tottenham und Atletico MAdrid).

      Das Meisterschafts-Abo von Bayern München auf ewig zu prognostizieren ist auch der älteste Schuh der Welt. Finanzielle Möglichkeiten werden, wie bereits von mir erwähnt, nicht von Gott verteilt, sondern lassen sich strukturell erarbeiten und herstellen. Das müssten die anderen deutschen Vereine nur mal dauerhaft hinkriegen, dann könnten sie auch wie Bayern werden. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass zumindest für einen bestimmten Zeitraum immer mal ein Verein auf Bayern-Niveau kommt, bloß bislang dann halt irgendwann immer abgestürzt ist. Von Bayern könnte man lernen wie sich das verhindern lässt. Ohne Bayern wäre die Bundesliga um Längen schlechter dran, Bayern ist vielmehr ein Garant für die weitere Attraktivität der Bundeslaiga.

      Ewig dasselbe: Schwarzmalerei und Bayern-Blaming. Ich wette es gibt ganz ähnliche Kommentare aus den 80ern und 90ern, die genausolche Untergangsszenarien heraufbeschwören.
      Ich sehe schon,
      ich hab eine qualitativ absolut hochwertige Unterhaltung ausgelöst, so soll das sein ;)

      Berthold's Artikel ist zwar in einigen Punkten wacklig, aber der verpackte Zynismus ist meiner Meinung nach schon ok, wenn man nach einem 0:2 "zufrieden" wirkt.

      Auch das Argument, etwaige schwache Leistungen in der Bundesliga / international mit Kräfteverschleiß zu erklären, finde ich bisschen grenzwertig, denn schließlich ist es Beruf und Berufung, was die Herren Fußballer für ordentlich Geld betreiben.
      Das zum einen, zum anderen schaffen es Vereine anderer Ligen ja auch UND gewinnen Spiele in der CL.

      Deine freche (aber ungemein gute) Frage in Klammern quittiere ich mal mit einem smarten Lächeln- einigen wir uns darauf, dass wir wohl dann- und wann beim kicker mal eher abgelegenere Artikel lesen?!

      Dass Stuttgart Meister wurde, lag auch daran, dass keiner der so genannten "Großen" die Klasse und Konstanz zeigte, die man von ihnen erwartete - allen voran der FC Bayern.
      Ich fand es allerdings sehr, sehr schön, dass (wieder) mal nicht brachiale Investition einen Titel gemacht hat, sondern solides, geduldiges Management.

      Die Strukturen bei den Bayern sind über 30 Jahre lang gereift und wenn man die Lebensgeschichte von Uli Hoeneß begreift, weiss man auch, dass der so oft erwähnte Bayern-Nimbus wirtschaftlich gesehen nicht zu knacken ist.

      Letztlich geht es darum, dass es IMMER möglich ist, dass eine vermeintlich schwächere eine durchweg stärkere Mannschaft schlagen kann.
      Das ist Sport, liebe Leute und darum geht es doch, oder nicht?
      Man sieht, was die italienische Liga hinter sich hat, was gerade in Chelsea passiert. Geld regiert noch lange nix, insofern hab ich noch ein wenig Hoffnung, dass der Fußball wieder mehr Fußball und nicht Vermerktungsball wird.

      Ich behaupte mal ganz frech: "Geld verdirbt den Charakter". Vielleicht einer der Gründe, warum im Fußball so Manches aus dem Ruder läuft...
      Ok, nach einem 0:2 zu Hause sollte man auch gegen Barca nicht zufrieden sein. Was Trainer, Spieler und Management aber so für öffentliche Statements abgeben ist meist taktischer Natur und soll meist Dinge bezwecken wie die Presse besänftigen, die Moral des Teams nicht gefährden und so ein SchiSchi.

      Meine Frage in Klammern sollte dich nicht bloßstellen, weil du vermeintlich nichts besseres zu tun hast als abseitiges im kicker zu lesen. Sie sollte die Motivation Bertholds als Kolumnist qua Titel (nicht etwa qua Eignung) zur Disposition stellen. Der muss halt jede Woche so eine Kolumne raushauen und wollte wohl mal etwas mehr Feetback als sonst rauskitzeln. Soll heißen: er will auch nur Lärm machen und sicher nicht zur Klärung irgendeiner Situation beitragen.

      Das solide geduldige Management von Stuttgart wollte ich ja auch loben. Im Gegensatz zu Berthold. Der würde da jetzt wahrscheinlich erstmal den Trainer feuern oder so.

      Sicher, um Bayern-Niveau zu erreichen bräuchten alle BL-Vereine noch min. ein Jahrzehnt konstant guter Arbeit. Aber das ist theoretisch zu bewerkstelligen. Dortmund hat ein Riesenstadion und einen schier unendlichen Zuschauerzuspruch. Selbst was die bundesweite Fanbase angeht, hatten die in den 90ern begonnen zu Bayern aufzuschliessen (damals wars unter Kiddies irgentwie "in" BVB-Fan zu sein). Dortmund hat dann bloß übertrieben (Börse), wollte zu schnell zu viel und hat schließlich total die Kontrolle verloren. Aber es bleibt möglich.

      Vereine wie Dortmund, Schalke oder Hamburg (eigentlich ja auch Berlin) haben zumindest die Voraussetzungen das zu schaffen. Stuttgart und Bremen sind glaube ich als Umfeld etwas zu klein für einen richtig großen Verein. Aber ihr Potential haben die bei weitem auch noch nicht ausgeschöpft. Wobei ich noch mal sagen will: Bremen ist der einzige deutsche Verein der sich zur Zeit richtig gut entwickelt.

      Geld lädt dazu ein leichtsinnig und verschwenderisch zu werden (Dortmund). Scheiße kann man aber auch ohne Geld bauen. Ich finde auch dass im deutschen Fußball nicht großartig umstrukturiert werden sollte, damit deutsche SPitzenclubs mehr Geld erhalten. Es würde langen wenn die deutschen Vereine das vorhandene Potential mal vernÃünftig ausschöpfen würden. Dann sähe die europapokalbilanz schon weitaus besser aus, wenn sie auch nicht an England oder Spanien herankommen würde.

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      Original von Möggi
      Das Grundproblem ist: der 1.FC Köln spielt nicht da wo er hingehört ;) 1.Bundesliga :D



      Den Satz hab ich vor einer Weile vom Beckenbauer gehört, doch der hats anders formuliert:

      "Da spielt so ein Verein wie der KSC in der 1.Liga und der 1.FC Köln muss in der 2.Liga spielen. Das ist ein Skandal."

      Tja es ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber momentan rechtfertigt der KSC ganz klar seine Erstligazugehörigkeit. :)
      ..mal wieder zurück zum Thema und ein interessanter (wieder mal verborgen..) Artikel aus dem Kicker.
      Betrifft jetzt zwar nicht Fußball, aber warum geht das in der DFL / beim DFB nicht auch so?!?

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      Weiter zwölf Lizenzen erlaubt

      DEL reduziert Ausländerkontingent

      Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) hat ab der kommenden Saison eine Reduzierung des Ausländerkontingents beschlossen. Zwar dürfen die DEL-Klubs weiterhin maximal zwölf Lizenzen an für Kontingentspieler vergeben, allerdings dürfen auf dem Spielberichtsbogen maximal zehn Kontingentspieler vermerkt sein. Dies gab die DEL am Mittwoch bekannt.

      Damit kam die DEL einer Forderung von Bundestrainer Uwe Krupp nach. Der Stanley-Cup-Sieger hatte zur besseren Förderung deutscher Talente vor der vergangenen WM eine wesentlich massivere und schnellere Reduzierung des Ausländerkontingents gefordert. Er hatte sich damit einer alten Forderung von Ex-Auswahlcoach Hans Zach angeschlossen.

      Krupps Assistent Ernst Höfner nannte die jetzigen Beschlüsse dennoch sehr positiv. "Kurzfristig können wir insbesondere von der Ausländerreduzierung bereits bei der WM 2010 in Deutschland profitieren", erklärte Höfner in einer DEL-Mitteilung.

      Zudem soll durch verschiedene Maßnahmen die Nachwuchsförderung intensiviert werden. Jeder Lizenzklub muss ab der kommenden Saison 2008/2009 einen Kooperationsvertrag mit einem Stammverein abschließen. Dieser Kooperationsvertrag umfasst u.a. eine Mindestanzahl an Eiszeiten für mindestens fünf Jugendmannschaften, die Einstellung von qualifizierten Trainern sowie die schrittweise Aufstockung der Mannschafts- bzw. Trainerstärke.
      Das checke ich jetzt auch nicht. Ich dachte das wäre Umsetzung von europäischem Recht gewesen, was die Ausländerregel kippte. Und im Eishockey wird die jetzt einfach wieder eingeführt?
      Zu meiner Verständnis (von Eishockey hab ich wirklich gar keinen Plan): Was sind denn diese Kontingentspieler? Bedeuten die einfach nur Ausländer oder sowas wie Nicht-EU-Ausländer?
      Im Fußball gabs ja nach Bosman auch diesen Hick-Hack: Erst Nicht-EU-Ausländer, dann Nicht-UEFA-Ausländer und mittlerweile sind alle Schranken gefallen. Wobei doch zumindest die Nicht-EU-Ausländerregel nicht rückgängig gemacht werden können müsste, da Arbeitnehmer (wie Fußballprofis) innerhalb der EU Recht auf freie Wahl des Arbeitsplatzes haben sollen, oder so ähnlich. Das müsste doch auch für Eishockeyspieler gelten. Gibt es denn im Eishockey noch Ablösesummen nach Vertragsende oder andere Indizien, dass das Bosman-Urteil da nicht richtig greift?

      Jedenfalls stimme ich zu, eine Ausländerbegrenzung auf 10 Spieler pro Mannschaft wäre schon toll. Weniger würde ja durchweg alle Teams kurzfristig vor riesige Probleme stellen. Im Laufe der Zeit könnte sie dann allmählich weiter gesenkt werden. Auf 8, 7 oder 6. Das wär doch was.
      Wo man schon beim Wiedereinführen vergangener Regularien ist:
      Gibts hier welche die den ganz ursprünglichen Europapokalmodus auch besser fanden als wies heute läuft:
      also Pokal der Landesmeister, mit wirklich nur den Meistern aus egal welchem Land und K.O.-Modus von Anfang an;
      Uefa-Pokal mit allen Vizemeistern usw. und daher viel bedeutender als heute;
      Und den guten alten Pokal der Pokalsieger, mit toller Europapokalsiegchance für abseitige MAnnschaften.

      Heute ist's doch bloß noch ne aufgeblähte Umsatz-Garantier-Maschine.
      Also ich finde das heutige system ist etwas "europaligenartig" ausgebaut worden...

      da sich eine liga in europa nicht wirklich lohnt haben die es in diesem sinne wohl auf die art gemacht.

      mehr schlecht als recht nimmt es wahrlich qualitaet weg.

      championsleage, ehemaliger pokal der landesmeister, gewinnen wird doch eh nur zwischen wenigen mannschaften ausgemacht. selten das mal ne aussenseitermannschaft ins halbfinale kommt.
      kommt vor, aber nicht immer.

      vorher waren immer schon im viertelfinale dicke brocken dabei... die hat man als "selbst brocken" eigentlich nur mit lospech^^
      Die Europaliga wird kommen! Das ist so sicher, wie das "Amen" in der Kirche. (OK, 3€...)

      Alles läuft darauf hinaus, das es spätestens in der kommenden Dekade eine Europaliga gibt mit 20 Vereinen, Aufstieg und Abstieg usw. usw.

      Ob einem jemand DAS WILL? Naja. Auf jeden Fall wollen das die Vereine um mehr Geld zu machen. Die Sponsoren um überall in Europa Werbung zu machen usw. usw.

      Hier geht es jetzt nicht mehr um den Fussball, hier geht es dann nur noch um das Geld.

      Das schöne für alle Bayern hasser: Bayern wird wahrscheinlich nicht mehr Deutscher Meister. Die spielen dann nur noch EUROLEAGUE! Die Deutsche Meisterschaft wird dadurch dann auch abgewertet zu einem regionalen Titel...
      Wäre alles eine irgendwie logische Entwicklung, die sich uns allen bereits heute als unausweichlich aufdrängt.

      So schlecht wärs ja auch nicht. Konsequenter als die aufgeblähten Pokalwettbewerbe im Moment. Der Uefa-Cup würde dann wahrscheinlich mit einigen Jahren Verspätung in die 2. europäische Liga transformiert werden.

      Den deutschen Meister könnte man dann ja in einer nationalen Endrunde ausspielen, mit den bestplazierten Mannschaften aus den europäischen Ligen, sowie dem nationalen Meister (ganz wie vor der Bundesliga und ähnlich dem heutigen Ligapokal). Oder der DfB-Pokal würde eine Aufwertung dadurch erfahren, dass er dann der einzige Wettbewerb ist, wo die deutschen Teams aus den europäischen Ligen auf nationaler Bühne mitspielen.

      Damit könnte man sich durchaus anfreunden. Läuft doch eh alles auf einen künftigen europäischen Nationalstaat hinaus... Dann ist D halt nur noch eins von über 30 Bundesländern, dafür aber ein gewichtiges, das Bayern Europas. Da ist es nur konsequent wenn die Bundesliga schonmal vorab die Regionalliga Deutschland wird.
      lol, das bayern europas *g* (ich war mal fcb-fan^^)
      *umfallvorgroehlen*

      mann, hoer auf mit solchen witzen *fg*

      jane, aber was das mit der europaliga angeht... ich finds trotzdem als fan bloed.
      auswaertsspielende teams haben nur wenig fanunterstuetzung da solche strecken einfach abartig sind...

      man kann dann selbst als etwas besser verdienender nur selten mal nen auswaertsspiel sehen...

      ich als fussballfan wuerde wohl weiter rein nur auf das nationale niveau zurueckgreifen.
      die "euroligateams" waeren mir egal.
      vor allem da ich kapitalismusgehabe nich mag, wenn es uebertrieben wird und andere, wichtige teile einfach in den schatten stellt.

      wuerde die depperte winter und sommerpause wegbleiben koennte man beides paralell fahren.

      am wochenene gibs schoen nationale spiele, und unter der woche ein euroligaspiel.

      2 spiele pro woche?

      Die eishockeyteams schaffen sogar 3!!! und eishockey ist anstrengender :P